Europa Gesundheitspolitik

Europa Gesundheitspolitik

Wie wir erst kürzlich wieder durch das Beispiel der Schweinegrippe hautnah spüren konnten, kennen Krankheiten und Seuchen keine Grenzen. Daher ist eine Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitspolitik auf zwischenstaatlicher Ebene unumgänglich, wie es auch innerhalb der Europäischen Union der Fall ist.

Seit Beginn der neunziger Jahre hat die europäische Gesundheitspolitik aufgrund neuer Herausforderungen äußerst an Relevanz zugelegt. Damit ist zum Beispiel der Beitritt zahlreicher Staaten zur Europäischen Union, die sich in gesundheitlicher Hinsicht an den EU15 Standard anpassen mussten, gemeint. Genetisch manipulierte Lebensmittel und BSE gehören wiederum zu den kontinuierlichen Veränderungen im Lebensmittelbereich, die sich auch konstant auf die Gesundheit der Bürger auswirken. Jedes EU-Mitgliedsland kann selbst entscheiden, welche Gesundheitspolitik es im Einzelnen betreibt. Geteilt werden von den EU-Mitgliedsstaaten jedoch eine Reihe von verpflichtenden Grundprinzipien.

Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, stehen der EU-Gesundheitspolitik Hunderte Millionen Euro zur Verfügung. Zwischen 2003 und 2008 konnte die Europa-Gesundheitspolitik auf Mittel in einer ungefähren Höhe von 350 Millionen Euro zurückgreifen. Eingesetzt werden diese Gelder zum Beispiel für die Bekämpfung der Alkohol- und Drogensucht. Besondere Priorität wird auch auf Antiraucherkampagnen gelegt. Im Rahmen der Kampagne "Help" wurden massiv Werbespots geschaltet, um auf die Gefahren des Passivrauchens hinzuweisen. Zudem hat sich die Europa-Gesundheitspolitik der Förderung der besseren Ernährung und der Bekämpfung der Fettleibigkeit verschrieben, wobei das "Schulobstprogramm" besonders viel Presse hatte.

Die EU fördert außerdem Kampagnen im Hinblick auf einen gesunden Lebensstil. Sie versucht der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft durch Maßnahmen zugunsten eines gesunden Alterns gerecht zu werden. Die europäische Gesundheitspolitik unterstützt weiterhin den Wissensaustausch in Bezug auf seltene Erkrankungen, betreibt umfangreiche Forschungsprogramme über gesundheitliche Fragen, führt Screeningprogramme zum Beispiel gegen Gebärmutterhalskrebs durch, gibt Impfempfehlungen heraus und setzt sich für die Rechte von Patienten bei Auslandsbehandlungen ein. Größte Priorität hat jedoch die grenzüberschreitende Bekämpfung von Seuchen und Epidemien von Aids bis zur Vogelgrippe.

Die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten im Hinblick auf die Optimierung genauso wie die Angleichung der Gesundheitssysteme ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Nur eine Fortführung und Intensivierung der europäischen Gesundheitspolitik ermöglicht es der EU, den aktuellen Herausforderungen an das Gesundheitssystem optimal zu begegnen.